Hitler und Hummel der gleiche Rummel

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Hitler und Hummel der gleiche Rummel

Montagefotografie der Fotomontage für die AIZ, 1932, Nr. 45

Künstler
Heartfield, John (19. Juni 1891–26. April 1968)
Datierung
1932 (nach)
Entstehungsort
Deutsches Reich, Berlin [Deutschland] ?
Material/Technik
Silbergelatineabzug
Maße
38 x 30 cm
Personen/ Institutionen
(20. April 1889–30. April 1945) (Dargestellte Person)
(1898) (Dargestellte Person)
Bemerkungen

Verso mit Prager und Pariser Zollstempel

Der sozial gescheiterte Karl Ignaz Hummel gab sich Ende Mai 1932 als sein Jugendfreund Oskar Daubmann aus Endingen/Baden aus, der 1916 an der Somme gefallen war und als vermißt galt. Der falsche Daubmann trat mit der Geschichte auf, er sei verwundet in französische Gefangenschaft geraten, nach jahrelanger Haft aus einem Straflager bei Constantine/Algerien geflohen und nach einem Marsch von 5000(!) km durch Afrika über Tunis nach Italien entkommen. Seldtes Stahlhelm, Hugenbergs DNVP und Hitlers NSDAP kam der "Spätheimkehrer" mit seiner antifranzösischen Story gerade recht; sie setzten ihn als bezahlten Redner ein, er trat auch auf Traditionstreffen "seines" 111. Infanterieregiments auf. Im Oktober 1932 wurde Hummel als Schwindler entlarvt. Ernst Thälmann verglich in einer Wahlrede am 27. Oktober in Düsseldorf den falschen Daubmann mit Hitler.

Beschriftung

Recto mit Ausschnittmarkierungen und Anmerkungen für den Druck in Bleistift

Verso
gestempelt (schwarz):
"CELNI Ú RAD PRAHA - 40" [Zollamt Prag]
gestempelt (blau):
"DOUANE CENTRALE [Umschrift] / EXPORTATION / PARIS" [Zollamt Paris]

Inv.-Nr.
JH 1913
Provenienz
Nachlass John Heartfield
Permalink
https://archiv.adk.de/objekt/2492523